Freitag, 13. Februar 2015

wegen Kleekrautens ins Häußgen?

vor ein paar Tagen kam neuer Lesestoff: Die "Quellen 7", oder genauer: "Hans-Georg Klein: Quellen zur Geschichte der Stadt Ahrweiler, Band 7, Die Ratsprotokolle der Stadt Ahrweiler von 1776-1795, Bad Neuenahr-Ahrweiler 2014, ISBN 978-3-930376-90-2".

da heißt es am Samstag, den 6. Juli 1793: Der Rat bestraft David Hilberaths Tochter wegen Kleekrautens zu 1/2 rtlr. Wenn sie nicht zahlen kann, wird sie ins Häußgen gesetzt.

So, da haben wir also mal wieder etwas "Fleisch an den Knochen" ;-)

David Hilberath ist einer meiner Vorfahren. Er hatte vier Töchter und eigentlich kommt von denen nur Anna Gertrud Hilberath als Übeltäterin in Frage. Auch sie ist meine Vorfahrin. Anna Gertrud wurde 1780 geboren, sie war also zur Zeit des Kleekrautens 13 Jahre alt. Ob sie letztlich bezahlt hat, oder ob sie ins Häußgen musste, kann man dem Buch leider nicht entnehmen.
Jedenfalls musste der Vater ein halbes Jahr später eine Strafe von 20 alb für das "Holen einer Karre Beiwachs" zahlen.

Nun wäre noch zu klären, was mit Kleekrauten gemeint ist. Vielleicht ist es einfach das pflücken von Klee?

1 Kommentar:

  1. Laut dem Grimm Wörterbuch über wierterbuchnetz.de heisst krauten neben Unkraut jäten auch so etwas wie "kräuter sammeln". Ich vermute also, sie hat Klee gepfückt, wo sie nicht durfte :-)

    AntwortenLöschen